Ein viel genutzter Trend in der Fotografie – sogar in der Kinematografie sind Bokeh Effekte, die die Bildwelt im Sturm erobert haben. Der klare Blickpunkt, umgeben von scheinbar glitzernden und verschwommenen Punkten, lässt ein Bild ätherisch wirken.

Bokeh ist ein japanischer Begriff, der übersetzt so viel wie „Unschärfe“ bedeutet. Laut dem Merriam-Webster-Wörterbuch lautet die offizielle Definition: „die unscharfe Qualität oder der Effekt, der im unscharfen Teil eines Fotos zu sehen ist, das mit einer geringen Schärfentiefe aufgenommen wurde.“ 

Dies mag einige Fotografen mit Aufnahmen verwechseln, bei denen ein unscharfer Hintergrund mit Techniken zur Erzeugung einer geringen Schärfentiefe erzielt wird, aber der Effekt eines guten Bokehs unterscheidet sich von diesen Methoden. 

Ein gutes Bokeh entsteht, wenn innerhalb des sehr unscharfen Hintergrunds diagonale oder runde Licht- und Farbpunkte vorhanden sind, die die Gesamtunschärfe hervorheben. Die Form der Punkte hängt oft von der Art des Objektivs ab, das bei der Erstellung des Bildes verwendet wird. 

In einer Zeit, in der Ästhetik groß geschrieben wird, kann ein gutes Bokeh ein gutes kreatives Bild und ein großartiges Artwork definieren. Der Brennpunkt des Bildes wird noch schöner, wenn er sich vor einem Hintergrund befindet, der mit diesem coolen Effekt weichgezeichnet und verstärkt wird. 

Handwerkszeug

Das Erstellen eines großartigen Bokeh Effekts beginnt damit, welche Art von Ausrüstung du verwendest. Die Marke der Kamera spielt bei der Erzeugung von Bokeh kaum eine Rolle (obwohl die Einstellungen eine andere Geschichte sind, zu der wir später noch kommen werden). 

Das gute Auge – Den Unterschied macht beim Bokeh das Objektiv

Sanftes Bokeh auch bei Tageslicht

Um einen guten Bokeh Effekt mit sechseckigen Formen zu erzeugen, solltest du eher ein älteres Objektiv mit geraderen Lamellen der Blende verwenden. Wenn runde Bokeh-Formen das Auge erfreuen, sind Objektive mit mehr und runderen Blendenlamellen, wie sie bei heutigen Objektiven üblich sind, besser geeignet.

Die Brennweite kann ebenfalls dazu beitragen, die Qualität des Bokehs zu bestimmen. Bei Objektiven, die lichtstark sind und keine Festbrennweiten sind, gilt: Gehe so weit wie möglich mit der Brennweite, ohne an das extreme Ende des Bereichs zu kommen. Wenn dein Objektiv z. B. 70 – 200 mm hat, verwende mindestens 150 – 180 mm, um den richtigen Abstand zu halten. 

Festbrennweiten sind definitiv vorzuziehen, und zwar nicht nur wegen eines toll aussehenden Bokehs. Ein schönes Bokeh lässt sich am besten mit einem großen Abstand und einer geringen Schärfentiefe erzeugen. Die geringste Schärfentiefe wird durch Erweitern der Blende erzeugt. Wenn die Blende so niedrig wie möglich gehalten wird, entsteht die beste Unschärfe. 

Set, Game, Match – Ihre Kameraeinstellungen für einen schönen Bokeh

Du hast ein tolles Objektiv und weißt, welchen Bokeh Effekt du mit einer geeigneten Brennweite erzeugen kannst. Du bist aber noch nicht ganz bereit, diesen tollen Effekt zu erzeugen. Dazu müsst du zunächst ein wenig mit den Einstellungen deiner Kamera herumspielen.

Blendenpriorität oder AV-Einstellungen an der Kamera sind ein Muss, um ein beeindruckendes Bokeh zu erzeugen. Auch hier ist eine der entscheidenden Einstellungen, um dem Foto diese verträumte Unschärfe zu verleihen, eine weit geöffnete Blende. Wenn du deine Kamera so einstellst, dass die Blende Priorität hat, wird dir das dir besonders dann helfen, wenn du ein lichtstarkes Objektiv verwendest. 

Thema: Platzierung – Wo ist alles inszeniert?

Deine Kamera ist bereit, die Einstellungen sind gesetzt, das Objektiv auf die perfekte Blende eingestellt. Jetzt ist der Moment gekommen, in dem du die Aufnahme tatsächlich machst und deine frischen Fähigkeiten einsetzt. Aber, Moment! Der nächste wichtige Schritt ist das Arrangieren Ihres Motivs im Verhältnis zum Hintergrund und Ihrer Person im Verhältnis zum Motiv.

Dieser Teil scheint etwas kompliziert zu sein, aber wenn du erst einmal den Dreh raus hast, solltest du dir die Positionierung von dir und deinen Motiven leicht merken können. Um den größtmöglichen Unschärfeeffekt zu erzielen, solltest du dein Motiv so weit wie möglich vom Hintergrund entfernt platzieren, um einen möglichst unscharfen Effekt zu erzielen. Dies trägt dazu bei, ein geringeres Schärfefeld zu erzeugen. 

Zu Weihnachten gibt es überall schöne Bokeh Effekte
Bei diesem TFP Shooting hatten wir offensichtlich viel Spass

Wenn du deinen Brennpunkt so nah wie möglich bei dir hast, während der Hintergrund weiter weg ist, kann das Motiv wirklich als Fokus glänzen und die schönen kleinen Kugeln des Bokehs lassen sich leichter erzeugen. Besonders wenn Sie ein Objektiv mit kürzerer Reichweite verwenden, ist es wichtig, so nah wie möglich an das Motiv heranzugehen.

Werde kreativ – Bokeh-Effekt außerhalb des Objektivs

Manchmal macht es Spaß, mit den Möglichkeiten der Ausrüstung zu spielen und die grenzenlose Vorstellungskraft zu testen – das gilt auch für den Bokeh-Effekt. Mit ein paar innovativen Ideen außerhalb des Objektivs kannst du wunderschöne Dinge kreieren.

Dinge die du mit Papier machen kannst

Vielleicht machst du dir Sorgen um die Blende oder die Brennweite deines Objektivs – vielleicht verwendest du eines, das neuer, schneller und mit einem großen Brennweitenbereich ist. Solange du noch eine möglichst große Blendenöffnung nutzen kannst, kann ein Trick mit schwarzem Papier helfen, deinem Bokeh einen unverwechselbaren Stil und ein besonderes Flackern zu verleihen.

Nehme dazu ein Stück schwarzes Bastelpapier und schneide einen Zylinder aus, der um das Ende deines Objektivs passen kann. Als Nächstes schneidest du ein rundes Stück zu, das als Kappe am Ende des Tubus dient – das Ganze lässt sich einfach mit Klebeband befestigen. Bevor du alles zusammen befestigst, schneide einen 1/2 Kreis in die Mitte der Kappe. 

Noch innovativer wird es, wenn du die 1/2-Zoll-Form zu etwas anderem als einem Kreis machst – versuch es mit einer Herz- oder Sternform. Papierstanzen, die diese Formen erzeugen können, sind eine praktische und kostengünstige Möglichkeit, einen netten Effekt zu erzielen.

Auch der Vordergrund ist wichtig!

Eine offene Blende erzeugt große runde Kreise im Bokeh

Wir haben viel Zeit damit verbracht, über den perfekten Bokeh Effekt durch das Erzeugen eines unscharfen Hintergrunds zu sprechen – aber wie so oft in der Kinematografie ist auch der Vordergrund hervorragend geeignet, um diese Eigenschaften auszuspielen. Solange man darauf achtet, das Motiv selbst scharf zu stellen, kann dies eine coole und einzigartige Methode sein, um einen anderen Stil von Bokeh zu erzeugen.

Die Verwendung von Licht, das von einem Fenster reflektiert wird, durch das du dein Motiv sehen kannst, hilft dabei, einen guten Bokeh Effekt in deinem Vordergrund zu erzeugen. Denke daran, sicherzustellen, dass deine Reflexion nicht in der Aufnahme ist. Durch die Verwendung eines Fensters erhaltest du oft einen erstaunlich unscharfen Hintergrund UND Vordergrund, so dass dein Auge in jeder Hinsicht auf das Motiv gelenkt wird, während du den Weichzeichner-Effekt des Bokehs zu schätzen weißt.

Ein Kommentar

  1. Sehr schöner Artikel, gut erklärt.
    Mir ist vor ein paar Tagen mehr unabsichtlich ein wirklich schöner Bokeheffekt gelungen wo ich da eigentlich nicht mit gerechnet hätte. Ich habe ein paar vertrocknete Blüten im Gegenlicht an einem Flussufer freigestellt (300mm, F5.6). Jeder Lichtreflex auf der Wasseroberfläche hat einen schönen Unschärfepunkt erzeugt. Es muss, wie du ja auch geschrieben hattest, nicht immer das 50er mit 1,4er Blende sein.
    VG
    Ralph

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